Kontakt

Lichtblickhof: Verena Bittmann im Interview

Österreichische Lotterien unterstützen e.motion Lichtblickhof

Wer kommt zu Ihnen auf den Lichtblickhof und wie wurde er zu dem, was er heute ist?

Seit 2002 ist e.motion Lichtblickhof ein Lebens-, Hoffnungs- und Kraftort für Kinder und Jugendliche mit schwersten Schicksalen. Er ist aber auch ein Leuchtturmprojekt menschlichen Miteinanders und gesellschaftlicher Verantwortung.

Am Lichtblickhof wurde ein Rehabilitations-, Hospiz- und Kompetenzzentrum mit Tieren für Kinder aufgebaut, das mittlerweile einen ganzjährigen Betrieb an zwei Standorten (Wien und Niederösterreich) leistet. Die Begleitung von Kindern mit lebensbedrohlichen und lebensverkürzenden Erkrankungen, Behinderungen oder Traumatisierungen sowie die Schaffung eines gemeinsamen Lebensortes - unabhängig von Diagnosen und Prognosen - sehen wir als unsere Kernaufgabe. 12 Therapeutinnen vielfältiger Professionen - Psychotherapie, Psychologie, Physiotherapie, Sozialarbeit, Sonder- und Heilpädagogik - begleiten wöchentlich mittlerweile über 300 betroffene Familien.

Dank eines sehr engagierten Teams vor Ort und zahlreicher Unterstützerinnen und Unterstützer gelingt es, dem schweren Schicksal zum Trotz, Momente der Freude und Leichtigkeit zu schaffen, zur Ruhe zu kommen, Lichtblicke zu erleben, Zuversicht und Zusammenhalt zu spüren und Kraft für die noch zu bewältigenden Aufgaben zu sammeln.

Das multiprofessionelle Team leistet individuelle und bedürfnisorientierte Begleitung. Unterstützt wird es dabei von speziell ausgebildeten Tieren, die viel Raum für Begegnung und nonverbale Kommunikation ermöglichen, basale Bedürfnisse der Kinder sensibel wahrnehmen und darauf reagieren, sowie helfen, dem „Hier und Jetzt“ möglichst viel Raum zu schenken. Sich einlassen können und ein würdevolles Miteinander, Verlässlichkeit und Verantwortlichkeit den Familien gegenüber sowie das Erleben von Selbstwirksamkeit und Sicherheit stehen dabei an oberster Stelle.

Wie beeinflusst die aktuelle Zeit die Arbeit des Lichtblickhofs?

Wie schnell sich vieles verändern kann, hat wohl keiner gedacht. Der Lichtblickhof und seine zwei- und vierbeinigen Bewohnerinnen und Bewohner hat das vergangene Jahr auch mit voller Wucht getroffen. Zum Glück sind wir krisenerprobt und geübt darin, anderen Kraft zu schicken, zusammen zu halten und die Hoffnung nie aufzugeben!

Aber was bedeutet COVID-19 für den Lichtblickhof tagtäglich:

  • Der Therapiebetrieb am Lichtblickhof musste komplett umgestellt werden.    
  • Wir mussten viel Zeit und Geld investieren, um alle Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen.
  • Fast alle Benefizveranstaltungen im Jahr 2020 wurden abgesagt.
  • Üblicherweise haben wir mindestens zwölf Helferprojekte, bei denen Ehrenamtliche mit uns Hand anlegen, um am Lichtblickhof zu reparieren, neu aufzubauen, zu schlichten und zu reinigen, um den Familien einen sicheren Ort zu bieten. Alle Helfertage und Firmenprojekte mussten abgesagt werden.
  • Auch wenn wir viel ideelle Unterstützung erfahren haben und wir das Jahr 2020 sicher abschließen können, bleibt für das kommende Jahr ein großes finanzielles Bangen.
  • Wir sind mit einer nie da gewesenen Unsicherheit konfrontiert. Gleichzeitig leben 20 Therapiepferde und viele andere Tiere am Lichtblickhof. Die Kosten für Heu, Stroh, Tierarzt und ihre tägliche Versorgung verursachen hohe Fixkosten.

Bei den Therapien und Betreuungen ist der Kontakt zueinander besonders wichtig. Wie konnte diese Arbeit unter den vorgeschriebenen Sicherheitsbedingungen überhaupt gelingen?

Unsere innige Verbundenheit gehörte vor allem den betroffenen Familien, denen die bangen und kämpfen. Unsere Krisenhilfe „Engel auf Zeit“ war das ganze Jahr über voll intakt und wir hatten viel digitalen Kontakt. Die Therapeutinnen machten Fotos, Videos und fleißig wurden Briefe geschrieben und Pakete zusammengestellt, um den Kontakt mit den Kindern zu halten. Denn die Kinder hatten viele Fragen, vermissen ihren geschützten Raum und hatten großes Bedürfnis nach Sicherheit und Austausch.
Durch den Status, eine Gesundheitsdienstleistung zu sein, durften wir nach dem ersten Lockdown unter Wahrung aller Auflagen wieder den Familien zur Seite stehen – voller Pferdekraft und Zuversicht. Dies bedeutete für uns alle eine enorme logistische Herausforderung. Viel Zeit und Geld haben wir investiert, um alle Sicherheitsmaßnahmen zu garantieren, und trotzdem liebevoll die Kinder begleiten zu können. Aber Stolz blicken wir auf die vergangenen Monate und das Gefühl, die Auflagen gemeistert zu haben und für die Kindern und Jugendlichen DA gewesen zu sein, zurück.

Gerade in einer Zeit, in der die Kinder in allen Lebenslagen mit „Social Distancing“, Verlust bekannter Strukturen wie Schule und Freundeskreis, aber auch einer großen gesellschaftlichen Unsicherheit ausgeliefert sind, sind für viele Kinder und auch Eltern, die Pferde ein noch wichtigerer Beziehungsaspekt geworden: Sich ankuscheln in ein weiches Fell und ungehindert Körperkontakt erleben und geben können, das Gefühl des Getragen-Werdens und verstanden werden auf einer ganz basalen Ebene.

Ist nicht auch eine Spende, wie die der Lotterien, nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Jede Unterstützung zählt und aus vielen Tropfen entsteht eben der Fluss, auf dem ein Boot sicher fahren kann. Die Österreichischen Lotterien haben als erstes Unternehmen von sich aus den Kontakt zu uns gesucht und ohne Zögern auch 2020 ihre Unterstützung zugesagt. Schnell und unbürokratisch wurden 10.000 Euro überwiesen, um die Fixkosten im ersten Lockdown zu stemmen. Dies war nicht nur eine unglaubliche finanzielle Unterstützung. Für die Kinder, denen wir täglich versuchen, Strategien für ihr Leben mitzugeben und Hoffnung für den nächsten Tag, ist diese Unterstützung vor allem eine Handlung aus Solidarität. Sie nehmen mit, dass es sich lohnt Gedanken und Hoffnungen zu teilen, und für eine Sache zu stehen und auch zu kämpfen.

Immer wieder gab es persönliche Telefonate mit Gerlinde Wohlauf oder dem Team rund um das Volunteering-Programm der Casinos Austria und Österreichischen Lotterien Gruppe, um über die aktuelle Lage zu plaudern, uns Mut und Zuversicht zuzusprechen. Und immer wieder gab es Werbeeinschaltungen mit einem Bild vom Lichtblickhof. Diese Reichweite, um auf uns aufmerksam zu machen, könnten wir niemals schaffen, ohne der wohlwollenden Unterstützung der Lotterien.

Ich möchte diesen Text in diesem Sinne auch nützen um mich ganz herzlich bei Casinos Austria und den Österreichischen Lotterien im Namen der Kinder, Eltern und des Teams zu bedanken - Danke für den Sternenstaub und LICHTBLICKE, die ihr uns seit einigen Jahren schenkt, und vor allem in diesem besonderen Jahr uns ermöglicht habt, für die Kinder DA sein zu können!

Mit Ihrer Arbeit können Sie für Betroffene und ihre Familien viel bewirken. Gerade in einem Jahr, das so viele Herausforderungen bereithielt, sollte man sich auch auf die schönen Dinge besinnen. Was war Ihr persönlicher Glücksmoment?

Mein persönlicher Glücksmoment war der 1. Mai dieses Jahres. Nach einem Lockdown, der den gesamten Alltag auf den Kopf gestellt hat, durfte ich endlich wieder „real-live“ den Kindern zur Seite stehen. Ich war gerade mitten in einer Einheit mit Julia. Sie lag in unserem Krankenbett mitten in der Halle, gut zugedeckt und gestützt, um sich zu schonen. Sie erzählte aufgeregt von ihrer Operation, die sie gerade jetzt mitten in dieser Ausnahmezeit gut geschafft hatte.

Irgendjemand hat wohl übersehen, die Stalltüre zu schließen und dabei ist unsere gewitzte Ponystute Daisy leise und unbemerkt aus dem Stall entwichen. Aber sie hat nicht den Weg zur gut gefüllten Futterkiste genommen, sondern sich zielstrebig zu uns gesellt. Wir waren so überrascht, dass Julia und ich schweigend dem Geschehen folgten. Daisy kam an Julias Seite und legt vorsichtig ihren Kopf neben Julias Kopf, um ihr sanfte ins Gesicht zu schnauben. Plötzlich rannen Julia Tränen über die Wangen. Tränen, für eine Zeit der Ohnmacht, Unsicherheit und des „Social Distancing“. Innig und respektvoll schwiegen wir für einige Zeit um diesen magischen Moment zu „leben“. Nach wenigen Minuten drehte sich Julia zu Daisy und flüsterte ihr ins Ohr: „Ja, ich hab dich auch vermisst!“.

Zu Dritt machten wir noch einen Spaziergang durch den Wald im Otto-Wagner-Spital (jetzige Klinik Penzing) und überlegten uns dabei viele Pläne für die kommenden Einheiten.

Ihr Wunsch ans Christkind: Gibt es eine Idee, die der Lichtblickhof im kommenden Jahr umsetzen möchte?

Ich weiß nicht, ob Sie das Gefühl noch in Erinnerung haben, wenn die Zeit des Briefeschreibens an das Christkind ist und die große innere Aufregung, was auf die Liste soll und auf was zu verzichten gut zu üben wäre. Es ist ein besonderer Moment, der einem Zeitlebens innewohnt, den wir als Erwachsene leider viel zu selten ausleben können.

Also, wir haben am Lichtblickhof für 2021 einen sehr großen Traum. Wenn alles nach Plan läuft, dann werden wir ab Herbst 2021 endlich auch die Möglichkeit haben, Familien für längere Zeit eine Herberge zu bieten. Wir werden in den angrenzenden Wohnungsbauten der Gesiba zwei Wohnungen übernehmen, die wir als Rehabilitations- und Palliativwohnungen herrichten möchten.

Daher liebes Christkind, würden wir uns sehr freuen über Unterstützung jeder Art, um dieses Herzensprojekt Wirklichkeit werden zu lassen. Wir brauchen:

  • tatkräftigen Einsatz beim Einrichten der Wohnungen
  • finanzielle Unterstützung, um die Wohnungen einzurichten und liebevoll zu gestalten, wie auch den monatlichen Erhalt der Wohnungen und eine Krankenschwerster, die vor Ort für den Familien zur Seite steht, finanzieren zu können
  • Sachspenden aller Art: vom Besteck bis zum Blumentopf auf der Terrasse freuen wir uns über alles
  • Kooperationspartnerinnen und -partner, die den Familien besondere Augenblicke hier am Lichtblickhof ermöglichen: Besuche, Ausflüge, Gutscheine, Konzertkarten etc.
  • viele gute Gedanken an uns und Weiterempfehlung an andere, damit wir am Lichtblickhof diesen Traum umsetzen können.
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