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„Licht ins Dunkel“: Eva Radinger im Interview

Geschäftsführerin Eva Radinger mit Daniela (Lebenshilfe Bruck an der Leitha) bei einem Event des Sterntalerhof.
(Aufnahme vor COVID-19).

Wird man nicht müde, wenn man jeden Tag sieht, dass es nie genug Unterstützung geben kann?

Nein. Keinesfalls. Müde nicht, aber sehr demütig. Wenn man jeden Tag mit so vielen herausfordernden Lebenssituationen zu tun hat, schätzt man umso mehr, dass es einem selbst gut geht und man in der privilegierten Situation ist, sich am Ende jeden Tages nie die Sinnfrage stellen zu müssen. „Wofür war das alles heute?“ Mein Team und ich wissen täglich, wofür wir da sein dürfen und für mich steht daher immer das gemeinsame „Ermöglichen können“ im Vordergrund.

Gibt es eine besondere Geschichte, die Ihnen in Erinnerung geblieben ist?

Besonderer Dank gilt all jenen, die unaufgefordert Gutes tun, ohne es an die große Glocke zu hängen, den wahren Helden des Alltags, denen ich während des ganzen Jahres begegnen darf.

Ich treffe bei meinen Besuchen in Einrichtungen, die wir mit Hilfe der Spenden unterstützen können, auf so viele Fachleute, die in ihren Bereichen eine beeindruckende Arbeit leisten und sich mit so viel Engagement, Empathie, Liebe und Respekt für das Wohlergehen anderer einsetzen. Eltern, die auch in den schwierigsten Lebenssituationen den Mut und Humor nicht verlieren; WhatsApp Nachrichten von Kindern, die mir stolz über ihre Fortschritte berichten und Zeichnungen schicken, weil es auch ihnen ein Anliegen ist, sich zu bedanken und uns damit Mut machen wollen und zeigen, wie wertvoll unsere Aufgabe ist. Und VeranstalterInnen von Spendenaktionen, die mit ihren Initiativen Menschen begeistern wollen und dafür gewinnen, gemeinsam Spenden zu sammeln, mit einer so großen Freude dabei sind und sich mit uns freuen, wenn die Aktion erfolgreich verläuft.

Gibt es ein Projekt, das Sie unbedingt möglichst rasch umsetzen möchten?

Menschen mit Beeinträchtigungen sind oftmals in ihrer Mobilität eingeschränkt und haben meist nur wenige Möglichkeiten, selbständig Freizeitangebote in Anspruch zu nehmen. Verschiedene Initiativen haben sich daher zur Aufgabe gemacht, Jugendliche und junge Erwachsene mit intellektueller und/oder körperlicher Beeinträchtigung bei verschiedensten Aktivitäten zu unterstützen und zu begleiten.

Bei einem Sommercamp hatte ich einmal Gelegenheit mit einem Mädchen zu plaudern, das mir erzählt hat, dass es sich ein ganzes Jahr darauf freut, im Sommer zwei Wochen an diesem Sommercamp teilnehmen zu können und sich dann schon so stolz und erwachsen vorkommt, sich dort mit vielen Jugendlichen austauschen kann, die eine ähnliche Beeinträchtigung haben und es sich dann mit ihrem Schicksal nicht so alleine fühlt.

Teilhabe und Selbstbestimmung sind zentrale Anliegen dieser und ähnlicher Projekte. Verschiedene Organisationen unterstützen dabei durch qualifizierte Assistenz und spezielle Schulungen, um so den Weg zu einem selbstbestimmten Leben erleichtern und ermöglichen zu können. Darüber hinaus erhalten Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in unterschiedlichen Sozialhilfeprojekten durch speziell abgestimmte Fördermaßnahmen die Möglichkeit, reale Arbeitsprozesse zu erleben, zu erlernen bzw. selbst durchzuführen.

Wie beeinflusst die aktuelle Zeit „Licht ins Dunkel“?

Gerade im heurigen Jahr, das uns allen vieles abverlangt, sind Zeichen des Zusammenhalts besonders wichtig. Beeindruckend ist, dass die ÖsterreicherInnen wieder ein klein wenig größeres Stück von ihrem Kuchen abgeben, der eigentlich kleiner geworden ist. Das zeigt, dass verloren geglaubte Werte wie Solidarität, Nächstenliebe und Großmut in unserem Land so stark verankert sind, wie kaum woanders auf der Welt.

Ich bin stolz darauf, dass wir gemeinsam so vieles ermöglichen können und bedanke mich bei jedem Einzelnen, der die Initiative ergreift, ein Signal zu setzen, für andere da sein zu müssen, die unsere Hilfe benötigen. Ein beeindruckendes Zeichen der Nächstenliebe und auch des zivilen Engagements in Österreich für Menschen mit Behinderung und Familien in Not.

Die Spenderinnen und Spender sind so unterschiedlich, wie die Menschen, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen. Menschen, die einen Schicksalsschlag verarbeiten müssen, Familien, die plötzlich mit Krankheit konfrontiert werden, Menschen, die mit einer Behinderung anderen Lebenssituationen gerecht werden müssen, oder aber auch Menschen, die mit Hilfe von unseren Unterstützungsmaßnahmen Kraft schöpfen, um so schwierige Herausforderungen besser meistern zu können.

Ist nicht auch eine Spende wie die der Casinos Austria & Österreichische Lotterien Gruppe ein Tropfen auf den heißen Stein?

„Licht ins Dunkel“ ist jedes Jahr aufs Neue gefordert, langfristige Projekte nachhaltig zu fördern. Nur eine kontinuierliche Spendenbereitschaft ermöglicht uns, gemeinsam nachhaltig den herausfordernden Alltag vieler verzweifelter Familien mit minderjährigen oder beeinträchtigten Kindern aus ganz Österreich maßgeblich zu erleichtern und für diese Kontinuität und Treue möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Danke an die Casinos Austria und Österreichische Lotterien Gruppe für Ihre Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit, in Zeiten, in denen genau diese Attribute gebraucht werden.

Ein Appell an die Menschen?

Auch wenn es wie ein Kampf gegen Windmühlen klingt, weiß ich um das nicht enden wollende Engagement der Spenderinnen und Spender, die durch ihre Herzensbildung und Fürsorge Solidarität gegenüber jenen Menschen beweisen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. Und dafür möchte ich mich aus tiefstem Herzen bedanken.

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