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Wettskandal: Stickler fordert Aktionsplan für Österreich

29. November 2013
Aus dem Unternehmen | Sportwetten
Das Ausmaß übersteigt die Befürchtungen, 7-Punkte-Programm unabdingbar

Für viele war gestern die Enthüllung, dass 26 Spieler der Österreichischen Fußball Bundesliga mutmaßlich in einen Wettskandal verwickelt sind, eine Überraschung und ein Schock. Friedrich Stickler, der als Präsident der Europäischen Lotterien seit Jahren gegen Match Fixing kämpft: "Wir haben jeden Tag einen neuen Fall in einem oder mehreren europäischen Ländern. Dass die Wettmafia Österreich auch auf dem Radarschirm hat, war klar!"

Die Europäischen Lotterien und ihr Präsident Stickler sind seit Jahren Vorreiter im Kampf gegen Match Fixing und fordern neben der Einrichtung einer internationalen und nationalen Organisation für die Integrität im Sport auch einen eigenen Tatbestand zum Thema Sportwettenbetrug.

Friedrich Stickler: "Match Fixing ist heute die größte Gefahr für den Sport. Wir kennen die internationalen Netzwerke und wissen, dass kein Land davor sicher ist, in die Fänge der Wettmafia zu geraten. Das nun zu Tage tretende Ausmaß mit 26, vielleicht sogar 30 involvierten Spielern in Österreich ist schockierend."

Erst vor einigen Tagen luden die Europäischen Lotterien, gemeinsam mit dem französischen Institut, IRIS (Institut de Relations Internationales et Strategiques), internationale Experten und Vertreter österreichischer Sportverbände zu einem Treffen, bei dem ein gemeinsamer Aktionsplan für Österreich gefordert wurde.

"Es ist an der Zeit, gemeinsame Lösungen voranzutreiben. Mit dem Play Fair Code (Verein zur Wahrung der Integrität im Sport) ist ein erster Schritt gesetzt. Unsere Maßnahmen müssen aber über Schulungen von Sportlern hinausgehen, wir brauchen eine Organisation für die Integrität im Sport", meint Stickler.

Das 7 Punkte-Programm der Europäischen Lotterien ist in Form eines eigenen Aktionsplans für Österreich umzusetzen:

  1. Einrichtung eines eigenen Tatbestands im Strafrecht zum Thema Sportwettenbetrug und strengere Sanktionen (Vorbild Dopingtatbestand)
  2. Österreichische Sportverbände müssen Regelungen für Wetten und gegen Matchfixing aufnehmen: Kein Wetten für Sportler auf den eigenen Sport, sofortige Meldepflicht wenn ein Verdachtsmoment vorliegt.
  3. Kampf gegen illegale Wettanbieter: Der österreichische Staat muss effektive Maßnahmen gegen Illegale Wettanbieter setzen
  4. Aufklärung und Prävention: Mit dem Verein zur Wahrung der Integrität (Play Fair Code) nimmt man bereits eine Vorreiterrolle ein. Die Schulungen müssen ausgeweitet werden.
  5. Monitoring: Auch hier sind wir mit dem Monitoring von tipp3 vorbildlich. Mit dem System werden auffällige Wetteinsätze registriert.
  6. Regulierung von Sportwetten: Bestimmte Wettarten (z.B. Wetten auf Gelbe Karte) und Wetten auf bestimmte Bewerbe (z.B. Jugendbewerbe) gehören nicht ins Programm eines Sportwettenanbieters.
  7. Internationale Kooperation und Koordination: Die Wettmafia agiert international. Also brauchen wir internationale Zusammenarbeit aller Behörden sowie eine internationale Organisation für die Integrität im Sport.
Presseinformation Friedrich Stickler Wettskandal

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