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15. Responsible Gaming Academy mit internationalen Topexperten

25. April 2018
Aus dem Unternehmen | Spielerschutz

Verantwortungsvolles Glücksspiel im digitalen Zeitalter: Top-ReferentInnen aus Österreich, Europa und Nordamerika bei Spielerschutztagung von Casinos Austria und den Österreichischen Lotterien.

Seit 2004 veranstaltet die Casinos Austria und Österreichische Lotterien Gruppe jährlich die Spielerschutzkonferenz der Responsible Gaming Academy (RGA). Was ursprünglich als interne Schulungsmaßnahme konzipiert wurde, hat sich zu einem hochkarätigen Event für nationale und internationale Expertinnen und Experten entwickelt. Am 24. April 2018 brachte die Tagung einmal mehr zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Elite der Spielsucht- und Glücksspielforschung ins Studio 44. Im Zeichen der Nachhaltigkeit wurde die Konferenz in diesem Jahr als zertifizierter Green Event abgehalten.

Seit der ersten RGA haben sich die Gegebenheiten rasant verändert: Glücksspiel ist heute überall, zu jeder Zeit und praktisch für alle zugänglich. Wie wir als Gesellschaft damit umgehen können und müssen, wie wir problematisches Verhalten erkennen und verhindern und wie wir die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft im digitalen Zeitalter effektiv schützen, damit befassten sich am Dienstag zahlreiche internationale Expertinnen und Experten der Glücksspielbranche und der Spielsuchtforschung.

In seiner Begrüßung zeigte sich Generaldirektor Dr. Alexander Labak froh darüber, dass die Politik die Gefahren des unlizenzierten und damit illegalen Online-Glücksspielangebots erkannt habe und mit IP-Blocking nun dagegen vorgeht. „Responsible Gaming ist Teil der DNA von Casinos Austria und den Österreichischen Lotterien“, sagte Labak, „ich habe Spielhöllen mit illegal aufgestellten Automaten besucht, und da ist natürlich nichts von verantwortungsvollem Glücksspiel zu sehen. Ich freue mich, dass die Finanzpolizei dagegen sehr engagiert vorgeht.“

Der für Responsible Gaming zuständige Casinos Austria Vorstandsdirektor Prof. KR Mag. Dietmar Hoscher gab in seinem Impulsreferat u.a. einen Überblick über die Entwicklung des Spielerschutzes seit dem Jahr 1967 und damit seit Gründung von Casinos Austria sowie über die Veränderung der Anforderungen an Responsible Gaming. „Verantwortungsvolles Glücksspiel ist Basis des Geschäftsmodells unseres Wirtschaftszweiges, Spielsuchtprävention das durchgängige Leitprinzip unseres Handelns. Aber wir müssen Obacht geben, dass Maßnahmen wie Spielsperren nicht genau das auslösen, was sie verhindern sollen: Die Entwicklung einer pathologischen Spielsucht durch Abwanderung zu nicht konzessionierten und illegalen Angeboten. Besonderes Augenmerk widmete Hoscher den Themen Spielsuchtprävention und Jugendschutz.“

Der mehrfach ausgezeichnete britische Verhaltensforscher, Univ.-Prof. Dr. Mark Griffiths, zeigte in seinem Vortrag auf, welche Möglichkeiten digitale Beobachtung von Online-Spielern bietet. „Durch die Analyse von Verhaltensweisen lassen sich Indikatoren für problematisches Spielverhalten aufdecken, anhand derer gezielte Maßnahmen zum Spielerschutz zum Einsatz kommen können“, so Griffith. Er stellte auch das gemeinsam mit win2day entwickelte Selbstüberwachungsprogramm MENTOR vor. Dieses Tool ermöglicht es Spielerinnen und Spielern, ihr Spielverhalten im Blick zu behalten und liefert Feedback zu persönlichen Veränderungen und potenziell problematischen Entwicklungen.

Shelley White, die Vorsitzende des Responsible Gaming Council in Toronto, Kanada, widmete sich dem Thema Responsible Gaming zu Zeiten des schnellen Wandels – demographische, technologische, ökonomische, politische und gesellschaftliche Veränderungen seien wichtige Einflussfaktoren für die Glücksspielindustrie und seriöse Anbieter. Dabei stünde ein sozial verträgliches und verantwortungsvolles Angebot im Vordergrund, um problematisches Spielen zu verhindern, aber auch die öffentliche Wahrnehmung zu schärfen und ein nachhaltiges Agieren von Konsumenten und Anbietern sicherzustellen.

Dr. Tobias Hayer von der Universität Bremen, Deutschland, sprach über das sensible Thema „Glücksspiele im Jugendalter“. Er gab Einblicke in die Spielanreize, die laut Forschung dem Experimentieren mit Drogen ähnelten, und das erhöhte Risiko durch simuliertes Glücksspiel im Internet. „Die Prävention von Spielsucht und glücksspielbezogenen Problemen bei Minderjährigen ist durch Maßnahmen wie den Erwerb von Sozialkompetenzen, die Verringung der Verfügbarkeit von Glücksspielprodukten und eine Sensilbilisierung bereits an Schulen möglich und sinnvoll“, so Hayer.

Dass sich Glücksspiele seit zehn Jahren immer größerer Beliebtheit in Kroatien erfreuen, zeigte Prof. Dr. Neven Ricijaš von der Universität Zagreb in seinem Referat. In einem liberalisierten Glücksspielmarkt, vor allem was die Verfügbarkeit und den Zugang betrifft, sei es trotz Illegalität auch für Minderjährige heutzutage leicht, Glücksspiele – allen voran Sportwetten – als Freizeitbeschäftigung zu betreiben. Anhand von aktuellen Studien schilderte er dabei die Herausforderungen, die Eltern, Psychologen und Gesetzgeber in der jetzigen Situation zu bewältigen haben.

Die Kommunikationsexpertin Dr. Andrea Köhler-Ludescher, Großnichte von Kommunikationsforscher Paul Watzlawick, zeigte in ihrem Vortrag auf, wie sich die nonverbale Kommunikation, vor allem im Internet, in den letzten 20 bis 30 Jahren weiterentwickelt hat und vor welchen Herausforderungen die „analoge Beziehungssprache im digitalen Web“ mittels Emojis und Co. heute steht. „Die geschriebene Sprache passt sich immer mehr mündlichen Gepflogenheiten an, die durch ausdrucksstarke Bilder ergänzt werden. Die kulturellen Unterschiede in der Nutzung von Emojis sind groß, das Phänomen betrifft aber generell alle Altersklassen und Gesellschaftsschichten“, so Köhler-Ludescher. Zu bedenken sei die unterschiedliche Darstellung je nach Endgerät und Plattform, die zu Missverständnissen führen kann.

Wie Diagnostik, Prävention, Therapie und Rückfallsprohylaxe von Spielsucht im klinischen Alltag aussieht, berichtete Prim. Dr. Michael Willis von der Stiftung Maria Ebene in Vorarlberg. Neben der dort betriebenen Werkstatt für Suchtprophylaxe präsentierte er die Tätigkeiten der Clean Ambulanzen mit Einzel- und Gruppentherapien und ging auf die speziellen Bedürfnisse von Süchtigen im Rahmen von gleichzeitig auftretenden Abhängigkeiten, wie etwa Alkohol- und Nikotinabhängigkeit, ein. Wenig überraschend seine Feststellung, dass viele Suchterkrankungen ihre Wurzeln im illegalen Bereich haben, eher schon das Verhältnis Männer zu Frauen: „Suchtkranke sind primär männlich, etwa drei Viertel aller Patienten sind Männer“, führte Willis aus.

Unter den 230 Teilnehmern konnte Herbert Beck, Bereichsleiter Responsible Gaming der Casinos Austria und Österreichische Lotterien Gruppe, neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmensgruppe auch diesmal wieder Vertreterinnen und Vertreter des Finanz- und des Gesundheitsministeriums sowie renommierter Forschungs-, Beratungs- und Therapieeinrichtungen aus ganz Österreich willkommen heißen. Ebenfalls im Publikum vertreten waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden, Hilfseinrichtungen und Glücksspielanbietern aus ganz Europa.

Fotos zum Download finden Sie auf casinos.at

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